Die Innovation
Ist ein Brennstoffzellenaggregat, das rund 30 Prozent kompakter ist im Vergleich zum Vorgängermodell (B-Klasse) und daher in den Motorbauraum einer gewöhnlichen, in Serie produzierten Fahrzeugplattform passt. Diese Tatsache bietet nun mehr Möglichkeiten, das Brennstoffzellenaggregat auch in Fahrzeugplattformen anzuwenden, welche keinen Sandwich-Boden wie die B-Klasse F-CELL bieten. Darüber hinaus wurde die Effizienz der Wandlung von Wasserstoff in elektrische Energie verbessert und auch die gravimetrische Leistungsdichte konnte weiter gesteigert werden.
Der Brennstoffzellenstapel selbst, als wichtigste Komponente im Brennstoffzellenaggregat, konnte über die letzten Jahre deutliche Fortschritte bezüglich Gewicht, Volumen und Platingehalt (nur noch 10 % im Vergleich zum Vorgängerprodukt) erzielen. Beim Brennstoffzellenstapel des GLC FCELL konnte eine signifikante Verbesserung in der Leistungsdichte bezogen auf die aktive Brennstoffzellenfläche erreicht werden (Steigerung um ~100 %).
Auch die Technologie der Luftzuführung wurde verbessert: Der neu eingeführte, elektrisch angetriebene Turbolader mit Abluftturbine überzeugt durch einen geringeren Bauraumbedarf, besseres NVH-Verhalten und eine höhere Effizienz als die Technologie des Schraubenverdichters in den vorangegangenen Brennstoffzellensystemen. Der Aufbau des Brennstoffzellenaggregats gleicht optisch dem eines Verbrennungsmotors. Im Zentrum sitzt der Brennstoffzellenstapel und dessen Gehäuse, welches als tragendes Bauteil ausgeführt ist. Durch diese Konstruktion ist es möglich, die wesentlichen Nebenkomponenten des Aggregats am Gehäuse zu befestigen.
In Bezug auf das Gesamtfahrzeug-Konzept ist hervorzuheben, dass es gelungen ist, das Brennstoffzellensystem in ein konventionelles Serienfahrzeug ohne wesentliche Änderungen an der Fahrzeugkonstruktion zu integrieren. Dadurch ist es möglich, die gleiche Fahrzeugplattform für unterschiedliche Antriebstechnologien wie z. B. Batteriefahrzeug, Plug-In-Hybrid, konventioneller Verbrenner oder eben der Brennstoffzelle zu nutzen.

Das Unternehmen
Bereits seit 1997 konzentrieren sich am Standort in Nabern, bei Kirchheim-Teck, sämtliche Aktivitäten auf die Entwicklung von Brennstoffzellensystemen. Derzeit sind rund 160 Mitarbeiter/innen dort beschäftigt. Zum 01.01.2019 wurde aus der NuCellSys GmbH – einer hundertprozentigen Tochter der Daimler AG – die Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH.
Firmenhistorie: 1998 gründeten Daimler-Benz AG, Ford-Werke AG und Ballard Power Systems eine Allianz zur Entwicklung und Vermarktung von Brennstoffzellenantrieben. Die Daimler-Benz-Tochter DBB Fuel Cell Engines mit Sitz in Nabern war für das Brennstoffzellensystem verantwortlich. 2005 wurde das Systemgeschäft von DaimlerChrysler und Ford im Rahmen eines Joint Ventures übernommen. Die Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH in Nabern bekam die Aufgabe, Brennstoffzellenantriebe serienreif zu entwickeln.
Im Jahr 2009 übernahm die Daimler AG den 50-%-Anteil der Ford Motor Company an der Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH. Die Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH ist seither zu 100 % eine Tochtergesellschaft der Daimler AG und weltweit führend in der Entwicklung von Brennstoffzellen- und Wasserstoffspeichersystemen für Fahrzeuganwendungen.
Quelle: Dokumentationsbroschüre 2019, Seite 17
